Mark Bones

Die Welt ist für keine große Dummheit zu klein

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Halte mich fest

Liebe erfordert die Bestätigung durch Berührung. Die meisten Streite sind in Wahrheit Proteste gegen die emotionale Trennung. Unterhalb des oberflächlichen Ärgers verzweifeln Paare über die Frage: Bist du da für mich?
Von Sue Johnson

Ich bin in der Kneipe meiner Eltern in England aufgewachsen, in der es immer eine Menge Theater gab. Und all das Theater - Streit, Flirt, Tränen, Wutanfälle - drehte sich um Liebe. Ich sah auch meinen Eltern dabei zu, wie sie ihre Liebe zueinander zerstörten. Seit dieser Zeit war ich auf der Mission herauszufinden, was Liebe genau ist. Meine Mutter beschrieb es als “lustige fünf Minuten”. Es wird auch eine geheimnisvolle Mischung aus Gefühlen und Sex genannt. Oder eine Kombination aus Vernarrtheit und Gesellschaft. Nun, es ist mehr als das.

Fortsetzung folgt.

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Hauptstadt bei Nacht – eine Kurzgeschichte

Nur das regelmäßige Donnern der Schienen unter uns hielt mich jetzt noch wach. Zusammengesunken saß ich auf einem der Sitze, der schon etwas kaputt war, aber zum Sitzen noch ausreichte. Die U-Bahn war voller, als es mir lieb war. Im hinteren Teil gröhlte eine Horde Fußballfans, alle anderen waren still. Eine alte Frau hielt sich stehend an einer der Stangen fest und fiel bei jedem Bremsen fast um, aber niemand war bereit, seinen Sitzplatz herzugeben. Alle starrten nur auf den Boden und wollten nicht gucken. Ich hatte die Stöpsel meiner Kopfhörer im Ohr, aber keine Musik an. Als ich gegangen war, hatte meine Mutter gefragt, wo ich hin wollte, aber ich hatte nichts mehr gesagt. Es war mir auch egal. Die U-Bahn verließ den Tunnel und ich konnte kurz die Spree erkennen, auf deren Wasser Lichter funkelten. Dann verdeckten die Häuser die Sicht. Wir fuhren in den Bahnhof ein und die Bremsen quietschten laut. Die Menschen strömten aus dem Zug und in unterschiedliche Richtungen davon. Als ich den Bahnhof verließ, war es draußen dunkel. Ich zog mir die Kapuze über den Kopf, steckte die Hände in die Taschen und überquerte die Straße. Ein Fahrer hupte. Das Rauschen des Verkehrs im Nacken, ging ich weiter, immer in Richtung des Platzes. Für die letzte Strecke nahm ich nie die Bahn. Meine Mutter war mal wieder angekotzt gewesen, und hatte gemeint, dass sie mich von der Schule nehmen würde, wenn ich noch einmal schwänzen würde. Zwei Fünfen in Mathe wären genug, hatte sie gemeint. Drauf geschissen. Morgen würde ich nicht hingehen, die Fresse vom Obermeyer konnte ich nicht mehr sehen. Schwanzlutscher. Ich bog um die Ecke und trat gegen eine Mülltonne. Dann blieb ich stehen, pfriemelte die Kopfhörer aus den Taschen und machte irgendein Zeug an, das mich immer so aggressiv machte. Ich kam an eine dunklere Ecke, wo nicht so viele waren. Die Straßenlaterne war schon lange kaputt. Auf der Bank, die ich sonst immer benutzte, um mir was reinzuziehen, lag so ein Kerl in einem Anzug. Elende Schlipsträger. Er war wohl am pennen, oder so. Ich stupste ihn an, sollte er doch woanders hingehen. „Ey!“ Er zwinkerte. „Bitte?“ „Liegst auf meiner Bank, nä? Können Sie nicht woanders hin?“ „Ja, natürlich, Entschuldigung.“ Eine kurze Pause. „Aber, nein, von so einem Knirps lasse ich mir doch nicht sagen, wo ich hingehen soll.“ „Gleich sehen wir mal, wer hier der Knirps ist! Willst Ärger machen, würd ich dir nicht wünschen.“ „Das glaub ich jetzt irgendwie nicht. Komm runter. Ich geh ja gleich.“ Er musterte mich von oben bis unten. Er dachte bestimmt, was ist das denn für ein Schmierlappen und ich kam mir auf einmal so klein vor, wie er da in seinem Anzug stand. „Was machst du hier eigentlich? Du dealst doch nicht mit Drogen oder stichst Senioren ab, oder so?“ „Nee, ich bin hier immer zum Saufen.“ „Immer?“ „Ja, so, öfters halt.“ Hoffentlich war er bald verschwunden. „Musst du nicht zur Schule?“ „Morgen nicht. Nee.“ „Wie heißt du eigentlich?“ „Kevin.“ Ich mochte meinen Namen nie. „Ich bin Alexander.“ Er schien kurz zu überlegen. „Hast du was dagegen, wenn ich auch was trinke und mit dir komme?“ Natürlich hatte ich das. „Ähm. Nein. Du kannst hier auf meiner Bank bleiben.“ Er lachte. Wir setzten uns und tranken Bier miteinander. Das war irgendwie ein wenig komisch, aber er kam nett rüber. „Was machstn so?“ „Ich bin Manager.“ Während er das erzählte, starrte er auf die Flasche und schwenkte sie hin und her. „Dann bist du also der, wegen dem meine Mo arbeitslos ist.“ Ich versuchte, lustig zu klingen, aber er sagte nichts. „Bist nich zufrieden, oder?“ „Nein. Nicht wirklich. Erzähl mal was über dich.“ Ich überlegte und als mir nichts Interessantes einfiel, erzählte ich einfach irgendwas. Ich hatte überlegt, ob ich ehrlich sein musste, da ich ihn ja wohl nie wieder sah, aber was war schon dabei, ehrlich zu sein. „Meine Mo ist halt alleinerziehend und nen Vater hatte ich nie, also ich kannte ihn nich.“ „Wie alt bist du nun?“ „Schzehn.“ „Schzehn?“ „Sechzehn.“ „Warum tust du dann nicht das, was alle machen und gehst zur Schule?“ „Weil alle anderen das genauso machen.“ Er nickte verständnisvoll, aber ich wusste, dass er mich insgeheim für einen Idioten hielt. Ich erkundigte mich danach, ob er einen Vater gehabt hatte. „Ich bin in einem Internat aufgewachsen. Das ist eine Schule, wo die Schüler leben…“ „Ich weiß, was n Internat is.“ „…und, da war ich immer. Ich sage immer, dass ich keine Eltern und keine Kindheit hatte.“ Das war irgendwie traurig. Er wäre vielleicht ein guter Vater gewesen. „Jetzt bin ich auch alleine. Meine Eltern sind tot und ich habe niemanden außer mich und meinen Job.“ Ich wusste, dass er mit seinen Leuten anders redete. Machte er das nur, damit ich mich besser fühlte? „Ist ja kacke.“ „Ja, das kann man wohl so sagen. Ich sag dir: Mach das beste aus dem Leben, solange du noch kannst. Und damit meine ich nicht, nur zu lernen.“ „Kann sein.“ Er stand auf, schüttelte sich etwas und sah mich dann an. „Mir wird kalt und ich werde gleich gehen. Möchtest du mit?“ „Wohin denn?“ „In einen Club, in den ich öfters geh.“ Es konnte ja nicht schaden, also ging ich mit. Die leeren Flaschen in meinem Rucksack klapperten beim Gehen. Der Fernsehturm stach förmlich in den Himmel und erinnerte mich daran, dass ich noch immer in dieser blöden Stadt war. Es müffelte an einigen Stellen nach Hundekacke. Obwohl ich natürlich merkte, dass der Alkohol seine Wirkung entfaltete, ließ ich mich davon gar nicht stören. Der Club lag nicht da, wo ich immer hinging und war auch nicht in einem Keller untergebracht wie das schwarze Loch, das ich besuchte. Er war schon von außen groß und gut besucht, so ein Schicki-Micki-Ding war das. Als wir in der Schlange vor dem Eingang standen, machte Alexander ein verkniffenes Gesicht und drehte sich dann zu mir um. „Du darfst hier gar nicht lange sein, glaub ich.“ „Und? Wir gehn trotzdem rein.“ „Na denn, aber ist dann nicht für lange.“ Wir wurden reingelassen und schon, als ich nur den weichen Teppich unter meinen kaputten Schuhen bemerkte, hab ich den Club gehasst. So ne Schwuchtelbude war das bestimmt. Da waren zwar auch Weiber, das war bestimmt nur Tarnung. So sind die doch alle in dieser Stadt. Wir setzten uns in eine Ecke und bestellten was zu saufen. „Die Scheißmusik geht mit aufn Sack.“ „Also ich finde sie ja ganz ok, aber das ist natürlich Geschmackssache.“ Ich ärgerte mich darüber, dass ich überhaupt mitgegangen war. Ich fing also an die Frauen zu beobachten und eine zwinkerte mir sogar zu, sah jedenfalls so aus. Wir sprachen einige Zeit nicht miteinander und ich erschrak, als er auf einmal anfing zu reden. „Weißt du was?“ „Wasn?“ „Du erinnerst mich irgendwie an mich selbst. Also nicht genauso, aber du machst das, was ich gerne gewollt hätte.“ „Ne fünf in Mathe haben?“ „Nein, ich meine, einfach mal rauszugehen und solche Dinge. Das konnte ich nie.“ „Kann sein.“ Ich hatte keinen Bock auf sein Gelaber mehr. „Ich stell mir manchmal vor, wie es wäre, wieder ein Kind zu sein.“ Was für eine Scheiße war das denn jetzt? „Ich will hier weg, also jetzt mein ich. Is mir auch egal, ob du mitkommst, bist ja nicht mein Vater oder so.“ Ich stand auf und ging. Er packte mich am Arm und wollte gerade etwas sagen, aber mir wurds da zu schwul. „Ey du Wichser, fass mich nich an!“ Ich hatte es wohl etwas zu laut gesagt, weil sich einige Leute umdrehten. „Tut mir Leid. Ich wollte nicht…“ Er schwieg. „Na, kannst mitkommen. Wenn du willst.“ Die kalte Luft stach ein wenig auf der Haut, als ich nach draußen ging. Der Himmel war noch immer klar und man konnte den Mond sehen, der gegen die Lichter der Stadt aber nicht anstinken konnte. Kurz danach verließ auch er den Club, er hatte wohl noch gezahlt. Ich fragte mich, wie viel Trinkgeld er gegeben hatte. Während wir den Weg weiter in Richtung Zentrum gingen, machte ich mir Gedanken über das, was ich gesagt hatte und ich kam mir kurz wie ein Arschloch vor. Was solls, musste mich ja nicht rechtfertigen oder so. Wir gingen den Weg am Park entlang, auf der linken Seite die Dunkelheit der Bäume und mittendrin ein Pärchen, das es in Sichtweite der Straße miteinander trieb, und auf der rechten Seite die Straße mit ihren vielen Autos. Man kam sich vor, als würde man auf einer Grenze laufen, zwischen Licht und Dunkel. Und auch wenn das für mich in dem Moment blöd klang, war die Stadt doch immer noch geteilt. Nicht so wie früher und wo alle immer wieder Theater drum machten, was ich gar nicht verstehen konnte, sondern anders. Da waren Leute wie Alexander, die nichts anderes als ihr Geld hatten und den meisten war ja auch nichts anderes wichtig, und die auch nur arbeiteten, um sich später an den Sachen aufzugeilen. Und dann waren da so viele arme Schweine, wie ich. Ich stellte mir immer vor, wie Geldsäcke in Pelzmänteln rumliefen, irgendwo da oben, und unten da saßen wir und hatten Winter, konnten uns aber nicht wärmen, weil wir kein Holz hatten, weswegen wir anfingen, uns zu verbrennen. Jeder dachte, er wäre anders, aber eigentlich waren darin doch alle nur gleich und trotzdem noch immer gespalten. Diese Stadt ist nur zusammengeflickt. Ich habe einmal ein Foto gesehen, da sah man Berlin von oben. Und die Trennung war noch ganz klar zu erkennen, weil sie auf jeder Seite andere Glühbirnen benutzt hatten. In der Nacht kommen die Geheimnisse zum Vorschein, dachte ich mir, und so komisch das klang, war es auch irgendwie wahr. Ich blieb vor dem Tor stehen und beobachtete einen Touristen, der krampfhaft versuchte, eine gute Position für sein Bild zu finden, seinen Körper dafür aber nicht einsetze. Wir gingen noch ein Stück weiter und fanden irgendwo einen guten Platz am Wasser, den ich noch nicht gekannt hatte. Also setzen wir uns und holten die letzten Flaschen Bier raus. Alexander sah mich an. „Es tut mir Leid wegen vorhin.“ „Nee, war meine Schuld. Ich war nur bisschen scheiße drauf, aber jetzt gehts eigentlich.“ „Dann ist ja gut, hoffe ich zumindest.“ Vor uns fuhr ein beleuchtetes Passagierschiff über den Fluss und wühlte die Wasseroberfläche auf. Dabei spielte irgendeine altmodische Musik, die ich nicht kannte und noch weniger mochte. Die Menschen sahen auch nicht so aus, als würden sie sich freuen. Sie saßen einfach da und sahen zu uns herüber, aber taten sonst nicht viel. Dazwischen huschten Bedienerinnen hin und her. Ich wusste nicht wieso, aber ich musste deswegen lachen und Alexander lachte mit. Wir waren wohl schon ziemlich voll. Ich versuchte, irgendwas zu sagen. „Irgendwie war das richtig vorhin, denk ich. Also dass du ein Kind sein willst, oder das wiederhaben willst. Das kann ich verstehen.“ „Wenigstens einer, der mal was gescheites sagt.“ Er rülpste. „Aber ich glaub, das geht nich mehr. Du bist halt kein Kind mehr.“ Er sah mich an und schaute dann nach unten. „Ich glaube, du hast Recht. Ich bin ein Idiot, zu glauben, sowas wäre möglich.“ „Aber, und ich hab ja eigentlich keine Ahnung davon, aber ich find, du kannst trotzdem mehr aus dem Leben machen, oder so. Du bist kein Kind mehr, aaaber glücklich kannste immer noch werden.“ „Glück? Was ist das schon? Naja, vermutlich stimmt es.“ Stille. „Was haste vorhin eigentlich auf der Bank gemacht?“ „Das frage ich mich auch. Ich war unterwegs und dann hab ich mich da hingelegt und bin eingeschlafen. Wartet ja eh niemand auf mich.“ „Du hättest ohne Geld aufwachen können. Oder sogar tot.“ Er sah mich an und wollte eigentlich lachen, tat es aber nicht. „Vermutlich.“ Die blinkenden Lichter eines Flugzeugs waren am Himmel zu sehen, dort oben, wo die Probleme doch nicht verschwinden. „Man kann mit dir ja doch gut reden.“, sagte er. „Ich glaube, dass du aufhören musst, so erwachsen sein zu wollen. Wirst du irgendwann schon und dann vernünftig.“ „Meinste?“ „Ja. Und jetzt komm, es ist schon spät.“ Beim Aufstehen taten meine Beine weh. Wir liefen den Weg zurück, den wir auch gekommen waren. „Was wirst du jetzt tun?“ „Ich werd nach Hause gehen und pennen, egal was meine Mo sagt. Und dann überleg ich mir das alles nochmal. Und du?“ „Vielleicht schmeiß ich den Job. Es gibt immer einen Weg, den man nehmen kann. Wenn ich nicht froh bin, bringt mir alles andere auch nichts. Vielleicht hab ich ja irgendwann eine Frau und ein Haus auf dem Land.“ „Da willste hin?“ „Ja, da ist es ruhig.“ „Wenn du meinst, also für mich wär das nichts.“ Er grinste. „So, ich muss hier runter. Ich weiß ja nicht genau, wo du lang musst. Wir sehen uns, oder auch nicht.“ Hinter ihm ragte der Fernsehturm auf. „Tschau.“ Ich sah ihm noch kurz nach und lief dann in die andere Richtung. Es war schon ziemlich spät und auf den Straßen war nicht mehr ganz so viel los. Das war die dunkelste Stunde der Nacht. Zu dieser Zeit trafen diejenigen, die noch wach waren, auf die, die schon wach waren. Wie zwei Welten prallten sie aufeinander, die betrunkenen und die schlaftrunkenen Autofahrer. Krumme und wirre Gedanken waren in meinem Kopf und ich wusste nicht, wohin ich sollte. Ich konnte so nicht wieder nach Hause gehen, nicht so bald. Ich fragte mich, warum ich eigentlich nicht die Bahn genommen hatte, es waren nun doch sowieso kaum Schaffner unterwegs. Aber als ich an der Bank vorbei kam, auf der Alexander gelegen hatte, blieb ich stehen. Für kurze Zeit saß ich dort, dann legte ich mich hin, den Rucksack auf meinem Bauch. Es dauerte nicht lange, bis ich eingeschlafen war, doch innerlich war ich wach wie nie.

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Es geschah zu einer Zeit, in der das Volk unter Beobachtung durch die rechtmäßig gewählte Regierung stand, dass das Volk bei der rechtmäßig gewählten Regierung anklopfte, um Einlass zu erhalten. Das Volk hatte nämlich just von seiner Überwachung erfahren, die dadurch zustande kam, dass es im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden, und wollte nun Auskunft über die Beobachtung einholen. Nachdem sich die rechtmäßig gewählte Regierung über das Eintritts- und Auskunftsgesuch des Volkes, das im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden, beraten hatte und zu dem Entschluss gekommen war, dem Volke, das im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden, diesen Wunsch ob eines gewissen Drucks der Wiederwahl zu gewähren, trat das Volk, das im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden, bei der rechtmäßig gewählten Regierung ein. Das Volk, das im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden, erkundigte sich nach dem Grunde der Beobachtung, welcher – wie es erfahren musste – weiterhin darin lag, dass das Volk sich das Vertrauen bei der rechtmäßig gewählten Regierung verspielt hatte, da es im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden. Auf die Frage, was genau überwacht und niedergeschrieben würde, wusste die rechtmäßig gewählte Regierung überraschend keine Antwort zu geben. In diesem Moment öffnete sich eine Tür und, siehe da, ein Adler offenbarte sich, mit einer Kralle eine Leine umfassend, an der er die rechtmäßig gewählte Regierung des anderen Staates hielt, die andere drohend aufgerichtet. Das Volk unter der rechtmäßig gewählten Regierung, das im Verdacht stand, die Sicherheit im Staate zu gefährden, erkannte nun, dass nicht die rechtmäßig gewählte Regierung, sondern der Adler die Beobachtung veranlasst hatte. Auf die Frage nach dem Grunde erschallte abermals dieselbe, empört hervorgestoßene Antwort, nämlich dass sich die Völker aller Länder dem Verbrechen schuldig gemacht hätten, das Vertrauen des ungewählten Adlers verspielt zu haben, an den sie von ihren rechtmäßig gewählten Regierungen verkauft worden waren. Auch nun sollten sie keine Einsicht in die Akten bekommen, sodass sich das Volk daran machte, den Raum zu verlassen. Der Adler und die rechtmäßig gewählte Regierung an der Leine drohten mit Strafen, doch das Volk sagte besonnen „Wenn wir Euer Vertrauen verspielt haben, so lasst Euch nicht davon abhalten, ein neues Volk zu wählen. Wir, die Völker dieser Welt, werden nun im Gefolge der Freiheit einen neuen Staat mit neuer Regierung errichten. Wir brauchen Euch nicht, doch Ihr werdet Euch schon bald nach uns sehnen, denn ohne Volk seid ihr nichts.“ und ging.

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In Gedenken an die Bücherverbrennung des 10. Mai 1933. Die Taten der Nationalsozialisten verfälschen unseren Blick auf die Werke und Literaten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts noch immer.
"Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."- Heinrich Heine, 1821

In Gedenken an die Bücherverbrennung des 10. Mai 1933. Die Taten der Nationalsozialisten verfälschen unseren Blick auf die Werke und Literaten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts noch immer.

"Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."
- Heinrich Heine, 1821

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Ich habe gerade Cloud Atlas gesehen. Und: Mein Gott, was für ein Film. Ich muss meine Gedanken aufschreiben. Der Film ist nicht weniger als brillant, einfach überwältigend, ergreifend. Die Verbindungen und Verknüpfungen der Handlungsstränge sind gewaltig, mehr noch; diese Dinge werden nicht nur inhaltlich, sondern vielmehr formal verbunden, so, dass am Ende eine große Handlung, ein großes Ganzes, entsteht. Und wenn mir beim erneuten Sehen diejenigen Gedanken, die ich beim ersten Mal dachte, wieder in den Sinn kommen, obwohl ich sie für vergessen und tief im Innern meines Verstandes vergraben glaubte, dann vollbringt dieses Werk etwas, das mir wie ein Wunder vorkommt. In der Musik erkennt man so viel mehr als nur eine Untermalung, denn sie bindet nicht nur die Geschichte akustisch, auch ist sie eine Metapher, in der man Dinge wie den menschlichen Herzschlag förmlich zu spüren glaubt. Man kann daraus so viel mitnehmen wie aus keinem anderen Film. Nicht nur, dass mir mehrmals die Tränen kamen, ich bin nun vollkommen aufgelöst, aber nicht aufgewühlt, sondern mit einer tiefgreifenden inneren Ruhe und Geschlossenheit belegt, die einer seelischen Vollkommenheit nahekommt. Man nimmt es diesem Film ab, dass er es ehrlich meint. Und dabei ist er im Kern so viel mehr als ein Film, er ist Kunst, gar ein Manifest für die Hoffnung an das Gute. Das mag übertrieben und vielleicht auch geschwollen klingen, aber in diesem Moment ist es für mich nichts als wahr.

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Schon lange vor der dunkelsten Stunde der Nacht streben Fragen in meinem Kopf umher, steigen wie Blasen auf und zerplatzen an der Oberfläche meines Geistes, nur um dann erneut zu enstehen, einzig und allein suchend nach Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden, nie gestellt werden wollten. Wozu einen Blog? Es liest ihn doch sowieso kaum jemand, und wenn, dann sieht er nebenbei Fern, während er gelangweilt an Salzstangen knabbert. Dieser Blog ist keine Ausprägung meines sowieso nicht vorhandenen Hipstertums und er bedarf noch weniger einer Rechtfertigung; und doch scheint es mir notwendig, seinen Sinn zu hinterfragen. So kam ich zum Schluss, der jedoch wie immer kein endgültiger bleiben muss, dass dieser Blog mehr als nur eine Plattform zur unregelmäßigen Publikation mehr oder weniger aussagekräftiger Blogposts darstellt, sondern auch und vielmehr eine Art privates Notizbrett ist, auf dem ich Ideen und Gedanken niederlegen kann, um sie später, sei es aus Zufall oder Absicht, wiederzuentdecken. Die gelegentlich zum Takt der Pedalerie erdachten und meist zum Rhythmus einer Musik geschriebenen Dinge sind kurze Ausbrüche, in der Hoffnung, sie mögen irgendwas bewegen, nicht unbedingt in anderen Menschen, aber doch vielleicht in mir. In einem kunstvollen Fluss und Strom der Gedanken ergießen sie sich in einem Moment auf diese Fläche, nur um im nächsten zu versiegen. Dieser Blog ist mehr nur als ein Organ der Kommunikation, er ist ein bruckstückhafter Spiegel meiner Seele. Und er ist mir wichtig, ganz gleich wie es scheinen mag.

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Sieben Sünden: Neid

Als es 20 Uhr schlägt, hetzen kleine, trippelnde Schritte über das Pflaster der Stadt. Weil es Winter ist, ist es draußen bereits dunkel und sogar noch kälter. Agnes läuft schnell und zielstrebig, ohne sich umzusehen, obwohl sie sich eigentlich unsicher ist. Sie biegt um die Ecke der Häuserzeile und eine große Gruppe Menschen, glücklicher Menschen, taucht vor einem Restaurant auf. Agnes überlegt, ob sie die Lücken nutzen und hindurch schlüpfen soll, aber sie wechselt auf die andere Straßenseite. Ihre Füße schmerzen in den billigen Schuhen. Zur gleichen Zeit fährt Louise im silbernen Cabrio, dessen Verdeck sie nun geschlossen hat, die Hauptstraße hinunter. Bunte, grelle Lichter von außerhalb fallen ihr ins Auge, während sie ihr Gefängnis geschickt an den parkenden Autos vorbei manövriert. Ihren Mann hat sie zu Hause gelassen, wie ein Accessoire, das einem lästig wird. Der Pelz juckt fürchterlich und mit diesen Schuhen ist Autofahren beinahe unmöglich. Pete beginnt gefährlich zu werden, sie hätte sich nicht mit ihm einlassen sollen, nicht dürfen. Doch es ist jetzt egal, sie trifft sich gleich mit Agnes. Sie kennen sich noch von früher. Als Agnes das Restaurant erreicht, wartet sie davor. Louise hat es gut, findet sie. Louise hat einen Mann, sie nur ihre Katze. Agnes hat es gut, denkt Louise, als sie gerade einen Parkplatz sucht. Sie hat viel weniger Probleme mit den Männern und ganz generell. Weil Agnes ungeduldig wird, geht sie in das Restaurant hinein und bekommt den reservierten Tisch zugewiesen. Sie setzt sich und schaut aus dem Fenster, als sie Louise draußen laufen sieht. Die hat wenigstens Geld. Agnes hat nicht zu viel. Louise betritt das Restaurant und wirft ihre Haare zurück. Sie sieht wenigstens gut aus. Agnes muss sich immer nur ganz wenig schminken. Als sich beide gegenüber stehen und die Hand reichen, denken beide nur: Die hats viel besser, blöde Kuh. Mir gehts schlecht. Es schlägt halb neun.

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"Europa" - Der erste Charakter

Eins

Es ist eine Welt der Gegensätze, eine Welt der Träumer. Wenn sich das abendliche New York in den Mantel der Nacht hüllt, strahlen die Lichter der Stadt wie eine sonst verborgene Schönheit, eine andere Dimension. New York ist die Stadt der gespaltenen Persönlichkeit. Chloe Rey sitzt am Ufer des East River und betrachtet die Skyline von Manhattan im Süden, die den irdischen Sternenhimmel bildet, eine vertikale Milchstraße. Der blasse Schein der untergegangenen Sonne spendet letztes Licht. Ihr Seufzer enthüllt ihr die Schwere ihrer Probleme, die sie so lange vor sich selbst versteckt hat. Sie ist ein gebrochener Mensch. Über dem dunklen, gurgelnden Wasser baumeln ihre Beine. Sie sieht in die Tiefe. Was, wenn sie sich einfach ertränken würde? Der warme Wind pfeift an den Brückenpfeilern, in ihrem Rücken fahren Autos. Sie schließt die Augen und spürt die sanften Vibrationen. Als sie ihre Augen wieder öffnet und nach unten schaut, wächst ein beleuchtetes Passagierschiff aus ihren Beinen hervor, streichelt ihre Füße und bahnt sich seinen Weg über die Oberfläche des Flusses. Die Menschen dutzende Meter unter ihr tanzen im Takt der Musik. Eins, zwei, drei, vier, ein alter Sinatra-Klassiker, der im modernen New York ebenso fehl am Platze scheint wie er sich auf groteske Weise eingliedert. Der dumpfe Bass der Musik vermischt sich mit der Kälte, die Chloes Rücken hochkriecht, zu einer Sinfonie des Todes. Der schwarze East River spiegelt die Skyline wider, doch kein Licht fällt tief in ihn hinein. Niemand bemerkt, wie Chloe hier sitzt. Sie muss an Jack denken, den sie heute verlassen hat. Er hat sie geliebt, und sie ihn auch, irgendwie. Doch es hat nicht lange gehalten, wie bei all ihren Beziehungen. Und nun ist Jack am Boden zerstört, Chloe fühlt sich schuldig. Er hat Pläne gehabt, sie zu heiraten, doch sie hätte abgelehnt. Sie hat seine Liebe in sich nicht erwidern können. Es ist nun zu spät. Ihre Tasche liegt auf ihrem Schoß, darin die Utensilien für ihr Leben als Journalistin, alles, was sie braucht, und doch zu wenig. Zu wenig Orientierung und zu viele Fragen streben in ihrem Kopf umher, fließen und ergießen sich. Sie wird wahnsinnig werden. Sie muss es tun. Also legt sie ihre Tasche ab, lehnt sie ans Brückengeländer. Sie will, dass man die Tasche findet. Chloe steht auf und beugt sich über das Wasser, sieht hinunter. Dann hört sie eine Stimme, die ihren Rücken emporkriecht und ihren Kopf erobert. „Miss?“ Ein junger Mann, vielleicht dreißig Jahre alt, also in ihrem Alter, steht hinter ihr. Er schaut sie ermutigend an. „Ist alles ok?“ „Ja, ja, mir geht es gut“, lügt sie. Sie möchte ihm nicht in die Augen sehen müssen. „Sind Sie sicher, ich dachte nur… naja, Sie wirkten hilfsbedürftig.“ „ICH wirke hilfsbedürftig? Was fällt ihn eigentlich ein?“ „Es tut mir Leid, wenn ich Sie gestört haben sollte, mir war nur… ach, vergessen Sies. Ich bin weg.“ Sie lässt ihn wortlos gehen. Als Chloe ihm nachsieht, beißt sie sich auf die Lippe. Sie hat auf diesen Akt der Güte in dieser beschissenen Stadt nicht so reagieren dürfen. Nun ist es zu spät. Voller Gram dreht sie sich wieder um und lässt ihren Blick über die hohen Gebäude, die Schiffe und den Fluss streifen. Der Mond steigt gerade auf. Chloe beginnt zu weinen. Sie lehnt sich über das Wasser, rutscht mit dem rechten Fuß aus und lässt einen grellen Schrei durch die Nacht hallen. Im Fall fühlt sie sich für einen Moment frei, doch schließlich kehrt die Panik zurück. Als sie auf der Wasseroberfläche aufschlägt, schnürt ihr die plötzliche Kälte die Kehle zu. Sie sieht Menschen, die am Wasser stehen und auf sie zeigen. Sie will keine Hilfe. Doch heute hat sie damit kein Glück.

Abgelegt unter Europa Chloe Rey

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Von der Verspätungspolizei verhaftet

1. Was hast du 2012 gemacht, was du noch nie zuvor gemacht hast?
Ein Buch geschrieben - und einige andere Dinge, die ich hier nicht unbedingt nennen möchte.

2. Hast du deine Neujahrs-Vorsätze gehalten und wirst du 2013 wieder Vorsätze fassen?
Welche Vorsätze? Dazu braucht es keinen Jahreswechsel.

3. Hat jemand aus deinem engeren Bekanntenkreis Nachwuchs bekommen?
Kommt drauf an, wie man den engeren Bekanntenkreis definiert. Ich hab jetzt noch eine Halbschwester ;)


4. Ist jemand aus deinem engeren Bekanntenkreis gestorben?
Glückerlicherweise nicht.

5. Welche Länder hast du besucht?
Ungarn. Es war schön, aber die Situation dort ist alarmierend.

6. Was wünschst du dir 2013, was du 2012 nicht bekommen hast?
ich will ausziehen!

7. Welches Datum in 2012 ist für dich unvergesslich und warum?
Der 15. Oktober, Ankunft in Budapest.

8. Was war dein größter Erfolg in 2012?
Ich hab diesen Blog eröffnet. Naja, ok, und ein Buch geschrieben.

9. Was war dein größter Misserfolg in 2012?
Ich habe das Buch vor Ende 2012 nicht finalisieren können.

10. Warst du länger krank oder verletzt?
Ich bin höchstens krank im Kopf, aber das war ich ja schon immer.

11. Was war das Beste, was du 2012 gekauft hast?
Mein Notebook. Mobil, äußerst praktisch und gut fürs Schreiben.

12. Wessen Verhalten war es wert, gefeiert zu werden?
Das von einem Mitschüler, der mir einmal sehr beigestanden hat.

13. Wessen Verhalten hat dich entsetzt und deprimiert?
Das Verhalten unserer Lehrerin.

14. Wofür hast du das meiste Geld ausgegeben?
Bücher. Und Essen.

15. Worüber hast du dich wirklich extrem aufgeregt?
Über die Dummheit und Gier des Homo (nicht-)sapiens. Guckt euch nur mal um.

16. Welches Lied wird dich immer an 2012 erinnern?
Soliloque.

17. Wenn du 2012 (momentane Zeit) mit 2011 (ein Jahr zurück) vergleichst, dann bist du jetzt:
a) glücklicher oder trauriger?
sowohl als auch.

b) dünner oder dicker?
weder noch

c) reicher oder ärmer?
tendenziell reicher. welch groteskes Verb

18. Was hättest du gerne mehr gemacht?
Gelernt hätte ich müssen, aber gerne hätte ich mehr geschrieben.

19. Wovon hättest du besser weniger gemacht?
Ich bereue keine Zeit.

20. Wie hast du in diesem Jahr Weihnachten verbracht?
Mit meiner Familie

21. Mit wem hast du am meisten telefoniert?
Telef…was?

22. Hast du dich 2012 verliebt?
Jein, das ist kompliziert.

23. Wie viele One-Night-Stands hattest du?
0,00

24. Wie heißt deine Lieblingssendung im TV?
Hab ich eine? Columbo kommt am ehesten infrage.

25. Hasst du jemanden jetzt, den du letztes Jahr gleiche Zeit noch nicht gehasst hast?
Mit Worten wie “Hass” sollte man vorsichtig sein. Mir fällt da nur meine Lehrerin ein, aber ich glaube ja, das ist eh gegenseitig.

26. Wie heißt das beste Buch, das du in diesem Jahr gelesen hast?
B.E.E.: Lunar Park

27. Welches war deine tollste musikalische Entdeckung 2012?
Max Raabe - kein Schwein ruft ihn an, echt jetzt

28. Was hast du dir gewünscht und auch bekommen?
Ein neues Handy. Informationen!

29. Was hast du dir gewünscht und NICHT bekommen?
Glück. Aber was ist das schon?

30. Welcher war dein Lieblingsfilm in diesem Jahr?
Ohne wenn und aber: Cloud Atlas. Gehört zum Besten, das ich je gesehen habe.

31. Was hast du an deinem diesjährigen Geburtstag gemacht und wie alt bist du geworden?
Ich dreh die Antwort mal um: 18 und ich habe groß gefeiert.

32. Welches Ereignis oder welche Sache würde das Jahr 2012 für dich um ein vielfaches zufrieden stellender machen?
Eine Beziehung vielleicht?

33. Wie würdest du deinen persönlichen Mode Style in 2012 bezeichnen?
Schlicht, wie immer.

34. Was hielt dich geistig gesund?
Schreiben, die Musik und die Hoffnung.

35. Welche bekannte Persönlichkeit hat dir 2012 am besten gefallen?
Max Raabe als Künstler, Aaron Swartz als Mensch.

36. Welcher politische Sachverhalt hat dich 2012 am meisten aufgewühlt?
ACTA, SOPA und wie sie alle heißen. Dazu Ungarn.

37. Wen vermisst du?
Meine Oma.

38. Welches war deine beste neue Bekanntschaft in 2012?
Schwer zu sagen, wirklich schwer.

39. Nenn uns deine wertvollste Lebenslektion, die du 2012 gelernt hast.
Wir haben die Macht, die Welt zu verändern.

40. Zitiere einen Liedtext oder ein Gedicht, das dein Jahr 2012 am besten zusammenfasst.
Who knows where the road will lead us?
Only a fool would say.


Schönes Wort für den Abschluss.

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Facebook #2 - Zoff mit der Lehrerin

Lehrerin: Ihr Pappsnasen…. wo zum Teufel habt ihr gesteckt? Habt euch keiner den neuen Raum mitgeteilt? Sind jetzt Dienstag und Donnerstag im Sprachlabor…. und die Durchsage habt ihr dann auch *überhört* bzw. beschlossen, dass ihr (trotz des Treffens mit Herrn Schröder) nicht mehr kommen braucht, oder wie? Manchmal muss man Schüler einfach nicht verstehen….

Schüler A: Entschuldigen Sie bitte? Es waren welche dort und haben nachgesehen. Ein französisch Kurs hatte dort Unterricht. Zusätzlich haben wir keinerlei Inforamtionen über Raumwechsel [erhalten].

 

Schüler B: Eine Gruppe von Schülern war beim Sprachlabor, doch dort wurde ein Französisch-Kurs von Herr Grieb unterrichtet

 

Lehrerin: ähm nein….. in dem sprachlabor, in dem wir vorher auch schonmal waren *weird* da war nur Frau Gumbrecht und diese hat auf euch gewartet, um mir dann oben Bescheid zu sagen….

 

Lehrerin: bei welchem sprachlabor auch immer ihr gewesen seid…. aber egal wie: jetzt immer dienstags und donnerstags in gebäude 2 im sprachlabor

 

Lehrerin: kriegt ihr keine stundenpläne? ich hatte den neuen leider erst mittwoch, sodass ich euch das nicht sagen konnte, aber herr wb müsste die infos gehabt haben… aber egal jetzt, einfach donnerstag bitte beim raum sein

 

Schüler C:  Wir haben komischerweise garkeine Pläne bekommen ._.

 

Lehrerin: so ein müll… naja what shells, dann hattet ihr eben frei und habt die zeit hoffentlich sinnvoll genutzt… müssen uns nur ranhalten jetzt mit den präsentationen…

 

Mark Bones:  Der Müll ist auch, dass Sie die Info seit sechs Tagen hatten und nicht die Zeit gefunden haben, es uns hier mitzuteilen. Nur zur Sicherheit und so. Außerdem: Wenn sie schon Anglizismen verwenden müssen, dann bitte welche, die auch Sinn ergeben. “What shells” wäre ein Kandidat für die Abizeitung.

 

Schüler A: Haha

 

Schüler D: Tut mir leid aber ich muss noch hinzufügen, dass sie auch im alten raum hätten nachschauen können. Wir haben schließlich 20 Minuten gewartet

 

Lehrerin:  what shells sprach die muschel heiß das im ganzen… im übrigen ….. da die diskussion abdriftet und absolut gerade den richtigen ton verlässt und ich glaube auch nicht erklären muss, warum ich mit krücken nicht extra rüber gehumpelt bin…. erkläre ich diese hier für beendet

 

Schüler D: Wir können leider nicht ihren Gesundheitszustand erahnen

 

Mark Bones: Den richtigen Ton hat diese “Diskussion” wohl schon im Anfangspost verlassen und sich danach in dieser Hinsicht auch nicht weiter verschlimmert, vor allem nicht hinsichtlich der Grammatik, Orthografie und Punktuation. Es ist nur amüsant zu sehen, wie Sie jegliche Verantworung auf Ihre Kollegen oder uns mit teilweise grenzwertigen Argumenten und Formulierungen abzuschieben versuchen. Auch das gewollte Abschließen der Diskussion, deren Abdriften nicht für alle Beteiligten nachteilig ist, zeigt uns die Unmöglichkeit unserer Reaktion auf. Mea culpa, ich verstehe natürlich, dass eine vielbeschäftigte Gernernistin keine Verantwortung für die Belange der Bourgeoisie übernehmen kann. Bitte nehmen Sie dies jetzt nicht allzu ernst und wenn es Ihnen zu sehr aufstößt, ignorieren Sie es einfach.

 

Ich hatte erst vorgehabt, dies unkommentiert stehen zu lassen, doch es ist hinzuzufügen, dass das Verhalten und die Ausdrucksweise der Lehrkraft meiner Meinung nach vollkommen unangemessen waren. Die Krücken waren zwei Tage später auch nicht mehr zu sehen und nur die Facebook-Gruppe hat sie daraufhin schneller verlassen.

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Facebook #1 - “Der Kategorische Imperativ ist wie Schrödinger Katze.”

Wilko Theesen: und steht in einem Konflikt mit der persönlichen bzw. auch mit der Handlungsfreiheit. Aufgrund des Faktes da Menschen selbstlernende Lebewesen sind, somit zwangsläufig eine eigene moral und ansichten entwickeln, ist diese Form jedoch eine utopie. Sprich: wir können nicht wirklich objektiv entscheiden, da selbst objektivität und das wohl aller menschen auf unsere eigene moral basieren. In einer defacto-Welt ohne persönlichkeitsaspekt ginge dies, das wäre jedoch irgendwie gruselig. habe ich noch etwas vergessen… achja… “ähm”

Katja Moerschner: Zu ergänzen wäre, wie vorhin schon gesagt, dass niemand auf der Welt glücklich sein könnten, wenn alle ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen und versuchen, die anderen glücklich zu machen. Folglich wäre niemand zufrieden, im Endeffekt wäre das befolgen dieser “Goldenen Regel” ziemlich selbstzerstörerisch.

Mareike Sander: Nichtsdesdotrotz ist der kategorische Imperativ in Einzelsituationen in denen man nicht entscheiden kann wie man handeln soll ein Vorteil. Oder wenn ein primitiver Mensch zu dir sagt:”Ey alda isch schwör isch schlag disch auf die Fresse, nenn mir einen Grund disch nischt umzubringen” Während dieser Mensch sich fragt was du gerade gesagt hast und ob man das essen kann, kannst du ganz schnell wegrennen. Lauf Forest lauf (alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr und der Werte und Normen Kurs übernimmt keine Haftung sollte es zu etwaigen Schäden an ihren Körper oder ihrer Kleidung (Seele) kommen (Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie bitte die Packungsbeilage oder fragen sie ihren Arzt oder Apotheker)).
 
 
Mark Bones: @Jo-chan: Da muss ich dir widersprechen. Du weißt ja, dass der kategorische Imperativ - simpel ausgedrückt - besagt, man solle so handeln, dass dieses Handeln als allgemeines Gesetz gelten könne. Daraus folgt jedoch, dass solch ein “Gesetz” niemals die völlige Verschreibung anderer beinhalten kann, sondern vielmehr das persönliche Glück beinhalten würde. Somit schließt der kategorische Imperativ nie das persönliche Glück aus, sondern bedingt es sogar. Er mag ein mehr oder weniger utopisches Ideal sein, nichtsdestotrotz strebt er zwangsweise eine Art Idealzustand menschlichen Glücks an, das zweierlei Komponenten beinhaltet: Eben das genannte Glück durch die Aufopferung für andere, aber eben auch das ganz Eigene. Eine Maxime, die zugleich als allgemeine Gesetzgebung gelten könne, kann logisch betrachtet keine “Selbstzerstörung” einschließen. *flies away*

Wilko Theesen: Kant besagt jedoch auch in seiner Theorie, dass ein Handeln frei der menschlich-natürlichen Neigungen geschehen solle, sprich auch das Handlungen die aus Neigungen geschehen laut des KI als verwerflich gelten. Da wir es in der heutigen Welt als Fakt annehmen das Menschen verschiedene Denkweisen besitzen und diese durch eigene Moral, Werte und auch Normen definiert wird, müsste die von Kant angepriesene Objektivität und Entscheidungen zum “Glück aller” schwierig realisierbar sein. Diese Problematik wird beispielsweise bei der Weltethos-Frage deutlich beziehungsweise wird hierdurch aufgezeigt wie schwierig eine Entscheidung frei von eigenen Interessen zu finden ist. Schlussendlich werfe ich noch die Aussage in den Raum, dass durch Gewissen, freie Entwicklung und auch nicht zuletzt durch das große Meinungsspektrum, die KI nahezu unrealisierbar wäre und selbst Entscheidungen die “Objektiv” getroffen wurden, subjektiv sein müssten, da das Objektivitätsempfinden auch zwischen verschiedenen Personen variieren bzw. verschieden stark ausgeprägt sein kann.

Mark Bones: Da muss ich meine uneingeschränkte Zustimmung äußern, doch meine Ausführung ging ja auch eher auf Jos Beitrag ein. Der kategorische Imperativ ist für mich selbst ja auch eher das genannte “utopische Ideal”, womit nicht ausschließlich eine gewisse Unerreichbarkeit, aber doch vielmehr eine gewisse Gefahr verbunden ist, die darin liegt, dass man sich allzu sehr von den menschlichen in unserer Urteilsfindung befindlichen Dingen löst. Wir sind nunmal keine Maschine, deren vollends logische Entscheidung darin liegen könnte, die Menschen zu entmachten (wie in einigen fiktiven Werken auch behandelt), sondern Menschen, die vorhandere Werte in ihre Urteilsfindung mit einbeziehen. Diese kann dabei zwar im Extremfall nahezu objektiv ausfallen, doch niemals vollends und ist in der Regel subjektiv geprägt. Vielmehr zeichnet sich die propagierte “Objektivität” auch dadurch aus, dass ein menschliches Individuum in der Lage sein sollte, seine Werte und den moralisch-gesellschaftlichen Kodex anzupassen und zu revidieren. Somit ist die “Objektivität” letztenendes nicht eine Befreiung von menschlichen Werten, wie man sie in Kants Schriften heininterpretieren mag, sondern eher die Fähigkeit, die eigenen Maßstäbe zu ändern, was viel besser zum vorwiegend dynamischen Geist des Menschen passt, der entsprechende, nunja, “Meinungsänderungen”, zulässt und diese fordert, um Entscheidungen zu bestimmten Situationen zu treffen, die möglichst “objektiv”, also letztenendes dem Überleben des Individuums und seiner Gemeinschaft dienlich, sind.
 
 
Mareike Sander: Das landet sowas von auf unseren Blogs.

Mark Bones: Seid ihr sicher, dass wir noch auf Facebook sind?
 
 
Katja Moerschner: Ich möchte hier noch einmal auf die Gleichsetzung des Kategorischen Imperativs mit Schrödingers Katze hinweisen. Wir können nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass es möglich ist, Entscheidungen mit der erwünschten Objektivität zu treffen und dabei glücklich zu sein.

Mareike Sander: Wir sind scheinbar nicht mehr auf Facebook. Ich sehe das Niveau. Ich werde nicht gefragt ob Niveau eine Handcreme ist. Ich sehe keine Mädchen die sagen das sie hässlich sind unter einem Duckfacebild welches sie mit ihrem Handy oder ihrer teuren Spiegelreflexkamera von der sie nicht wissen wie sie mit ihr umzugehen haben im McDonalds Badezimmer vor einem Spiegel geschossen und dann selbst in Facebook gestellt haben damit ihnen jemand sagt das sie ästhetisch sind. Wir sind definitiv nicht mehr auf Facebook. Guten Abend Niveau. Willkommen auf Augenhöhe.


Wilko Theesen: Stimmt, eine Objektivität erfordert in den meißten Fällen auch einen innerlichen, psychischen Kompromiss beziehungsweise eine zurückstellung der eigenen Bedürfnisse. In diesem Falle steht nicht mehr der einzelne sondern ein Kollektiv beziehungsweise in Kants Beispiel die Menschheit/das unmittelbare soziale Umfeld im Vordergrund, Wie ich bereits obig definiert habe gestaltet sich eine solche entscheidung als relativ schwierig, da wie bereits formuliert disparitäten zwischen den verschiedenen Auffassungen der Werte, Norm und Moral bestehen. Jo-chan, könntest du nocheinmal den Schrödingers Katze Aspekt näher beleuchten beziehungsweise auf diesen eingehen?

Mark Bones: @ Jo-Chan: Natürlich nicht. Zwar fordert Kant mit dem kategorischen Imperativ eine möglichst große Objektivität und “Wohlgesonnenheit”, die wiederum eigentlich ein großes Glück der Menschen anstreben, doch die Gleichsetzung mit Schördingers Katze verweist auf die Tatsache, dass dort ein gewisser innerer Widerspruch existiert, denn die Möglichkeit mit einer Entscheidung alle (damit sind nicht nur alle Teile einer Gemeinschaft, sondern auch diese “Teile” als Individuen gemeint. “Alle” bezeichnet somit auch verschiedene Maßstäbe) glücklich zu machen, existiert kaum. Nun, Kant konnte von Schördingers Katze schließlich noch nichts wissen.

Wilko Theesen: Theoretisch fällt mir gerade eine Lücke des Kategorischen Imperatives auf, beziehungsweise gleichzeitig einen, wohl eher laut meiner Auffassung negativ konnotierten Lösungsansatz. Jede Entscheidung die von einer Einzelperson oder bedingt in einer Gruppierung getroffen wird wirkt sich mehr oder weniger geringfügig/ausgeprägt auf das Umfeld aus. Somit wäre die einzige möglichkeit eine Entscheidung zu finden, die eine kompromisslöse zufriedenheit aller beinhaltet, keine Entscheidung zu treffen. “The only way to win is not to play - War Games”, jedoch ist dieses andererseits auch relativ negativ beziehungsweise suboptimal da hierdurch die Selbstbestimmung und Mündigkeit der Personen annuliert wird beziehungsweise auch die eigene. Somit stehen wir vor der Problematik, dass zwangsweise eine eigene Entscheidung getroffen werden muss und diese aufgrund der KI-Theorie dem wohl aller dienen sollte. Dies ist in sofern aufgrund bereits angesprochener Moral-Konflikte Problematisch, da die KI Theorie das treffen einer Entscheidung als Vorraussetzung gibt und diese gleichzeitig für den Willen jedes Wesens gelten sollte.
 
 
Mark Bones: Das halte ich für eine Fehlinterpretation deinerseits. Der kategorische Imperativ mag vielleicht das Finden einer Lösung des größtmöglichen (!) Glücks fordern, schließt anders als z.B. die Theorien Rousseaus jedoch nicht das Unglück einzelner aus. Er fordert eben, dass das eigene Handeln als Maxime einer allgemeinen Gesetzgebung herhalten kann. Das bedeutet aber nicht, dass jeder zufrieden sein muss, vor allem wenn er selbst stark dagegen verstoßen würde.
 
 
Katja Moerschner: …was wiederum bedeutet, dass dadurch auf keinen Fall alle ein persönliches Glück finden können, was so gesehen ja ein Defizit ist. Zu der Sache mit Schrödingers Katze: Wir haben in Werte und Normen ein Beispiel gefunden (ziemlich banal), das zeigt, dass manche Handlungen sowohl dann, wenn sie durchgeführt werden als auch dann, wenn dies nicht geschieht, “schlecht” ist. Mit Schrödinger Katze hab ich diese Situation deshalb verglichen, weil man eben nicht weiß, ob es nun durchgeführt werden soll oder nicht und man es auch nicht wissen wird, bevor eben dies geschieht.

Jannik Er: LOL
 
 
Mark Bones: Sie lasen: Den äußert dezidierten Kommentar eines Leichenfledderers in gemäßigter Gemütsverfassung, welcher in genau geplantem Tonfall seinen wohlüberlegten Beitrag (siehe oben; “LOL”) kund gab. Und nun bitte einen riesigen Applaus! “Danke, danke”, mag man wohl noch von ihm hören, doch ob mehr noch folgt, das weiß man nicht. Um mal weiter auszuschweifen: Wie ist es eurer hochgeschätzten Meinung nach eigentlich um die Gemütsverfassung der Bourgeoisie - zu deutsch: Michel - bestellt? Hat der kaum zitierte Ausspruch “Als sich die Verblödung auf den letzten Rängen wiederfand, logierte die Dummheit bereits auf den besten Plätzen und feierte ein feuriges Bankett.” noch seine Gültigkeit, vielleicht mehr denn je? Oder sollten wir diesen aufgeblasenen Beitrag in eine separate Diskussion auslagern, da es zur alten sowieso kaum noch etwas hinzuzufügen gibt, außer Katja zuzustimmen? Zuzu! Tuutuut! Entschuldigt meine Entgleisung.
 
 
Mark Bones: Nach ein wenig Denkarbeit bin ich zu dem (nicht finalen) Schluss gekommen, dass wir einem Irrtum unterlegen sind. Die Annahme war, dass der Kategorische Imperativ die Forderung enthält, eine möglichst objektive Entscheidung zu treffen, die das größtmögliche Glück aller beinhaltet. Dabei wurde die Kritik geäußert, dass erstens nicht sicher ist, ob das Handeln an sich überhaupt positiv ist, zweitens dass wir nicht wissen, sondern (in feinster Primatenart) nur erahnen können, welche Auswirkungen eine Entscheidung hat und drittens dass individuelle Moralvorstellungen sowie menschliche Angewohnheiten einer Objektivität im Wege stehen. All diese Kritik folgte aus der einen Annahme, dass Kant für seine unbedingt gültige Handlungsaufforderung überhaupt eine rationale Entscheidung fordert. Tut er aber nicht. Seine Ethik ist deontologisch, also prinzipiengeleitet und zielt nicht auf die tatsächlichen Folgen einer Handlung ab, sondern darauf, dass sie in guter (d.h. der besten) Absicht erfolgt. Das inkludiert damit auch ganz individuelle Moral und bezieht sich damit auf die dem Mensch gegebenen Fähigkeiten. In seiner “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” beschreibt Kant außerdem ausführlich, dass sich der kategorische Imperativ auf sein Menschenbild bezieht, dass den Menschen als würdevoll ansieht, weil er in der Lage ist, gerecht und rational zu handeln (aber nicht nur letzteres); “Autonomie ist […] der Grund der Würde der menschlichen und jeder vernünftigen Natur.”. Daraus folgt, wie gesagt, sein Aufruf, dass jede Handlung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden sollte, mehr jedoch nicht. Somit bricht das bisher von uns aufrecht erhaltene Gedankengebilde zusammen, das hauptsächlich die - anscheinend! - geforderte Rationalität kritisiert. Die Kritik durch den Vergleich mit Schrödingers Katze bleibt derweil bestehen, wobei dies eigentlich keine Kritik an Kant mehr darstellen kann, da kein Mensch sicher wissen kann, ob eine Handlung gut oder schlecht und selbige oftmals zu Teilen beides ist und sie somit eine Kritik am eigenen Menschsein darstellt und dementsprechend kaum zu Konsequenzen führen kann. Die Kritik an Kant sollte sich nun auch nicht dahingehend richten, dass er nur die gute Absicht als Maß für die “Qualität” einer Handlung ansieht, da beide immer eine, wenigstens minimale, Konsequenzabschätzung beinhalten, wobei die “Parameter” hier in breitem Spektrum differenzieren. Die einzige Kritik, die ich damit im Moment an Kant üben würde, ist sein Menschenbild, dass den Menschen nur ob seiner moralischen und logischen Rationalität als würdig ansieht, dabei jedoch solche Menschen, die über eine solche nicht, nicht mehr oder noch nicht verfügen, außer Acht lässt. Vielmehr ließe sich formulieren, um nur auf das Menschenbild einzugehen, dass der Mensch seine Würde nicht dadurch erhält, dass er sie als Attribut trägt, sondern vielmehr dadurch, dass ihm mit Würde begegnet wird, also wir ihn in unserer individuellen Ethik als würdevoll ansehen. Und dies ist auch mit dem Anspruch der geforderten, subjektiv-gerechten und erstmal nicht weiter differenzierten Absicht des kategorischen Imperativs vereinbar.

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L.E.M.O.N. - Life: Expect much or nothing

Eins

Als Charles Adams die Augen öffnete, schien die Sonne. Der Himmel war blau, die Vögel zwitscherten und der Wind strich ihm durch sein Gesicht. Das Gras wiegte sich und er beobachtete, wie ein Vogelschwarm über dem Horizont aufstieg, an welchem ein Gebirgspanorama lag. Wälder und Seen waren dort zu sehen. Doch Charles wusste nicht, wie er hier hergekommen war. Seine Erinnerung reichte noch an den Familienausflug zurück. Er sah bunte Luftballons, die, am automatischen Verkäufer befestigt, in den Himmel strebten, ohne entkommen zu können. Die Nachricht beim Kauf eines der runden, aus Gummi erschaffenen Spielzeuge hörte er neu und eindringlich. Er sah seine Frau und seine Kinder vor sich, wie sie sich vergnügt hatten. Doch ihre Gesichter waren leer. Was war mit ihm geschehen? Langsam ging er einige Schritte durch das harte Gras und versuchte, sich zu erinnern. Angestrengt spähte er in die Ferne, tastete das ihm unbekannte Gebirge ab und verlor sich in den Wolken. Seine Füße trugen ihn Meter für Meter, unbestimmt, auf der Suche nach der Antwort. Das war der Moment, in dem er gegen die Wand lief. Er stieß sich das Knie, allerdings ohne dass es wirklich schmerzte. „Das funktioniert wirklich jedes Mal!“, tönte und lachte es von überall und nirgendwo. Die menschlichen Stimmen drangen aus Lautsprechern, die nicht zu sehen waren. Seine Finger tasteten die raue Oberfläche ab, welche das Bild der Landschaft trug, die er eben noch bewundert hatte. Doch dort war kein Durchgang, es war eine Wand. Uneben, aber ohne die Möglichkeit des Entkommens. Nun gab die Wand ihre wahre Gestalt Preis, verlor das Bild, das sie vor wenigen Momenten noch getragen hatte. Sie war grau und schlicht. Dann, plötzlich, verstummten die Vögel. Charles Adams fand sich nun im Innern eines großen, sterilen Raumes wieder. Das gedämpfte Licht ließ den Raum noch kahler erscheinen. Er stand mit dem Rücken zur Wand und sah vor sich nichts als die vollständige Abwesenheit von Freiheit. „Wer seid ihr? Was habt ihr mit mir gemacht?“ Charles schrie, mit seinem Blick den Raum abtastend. Er wusste nicht, was mit ihm geschehen war. „Ihr Name lautet von nun an Subjekt N. Charles Adams ist gestorben, als ein Transporter sein Fahrzeug rammte. Sie werden nicht nach Ihnen suchen, niemand wird das.“ „Warum tut ihr mir das an?“ „Gar nichts tun wir Ihnen an. Sie sind tot, schon vergessen? Und nun, befolgen sie die Anweisungen. Der Test hat begonnen.”

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Ein neuer Roman(?)

13. Juni 1791

Es war ein voller Erfolg. Bejubelt haben sie die Uraufführung meines ersten Stückes. Jauchzend umgarnten sie die Konzeption, ließen sich hinwegtragen und schwemmen. Ihre Erschütterung in der Szene des Todes war so greifbar! Und dann entlud sich alle Anspannung wie eine entfesselte Kraft, die niemand zurückhalten könnte. Dieser Triumph wird mich weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen! Niemand wird dieses Stück daran hindern können, alle deutschen Länder in einem Streich zu erobern! Darauf habe ich mein Leben lang gewartet. Zwar, ich bin noch jung, doch Ruhm ist keine Frage des Alters. Nur die Junggebliebenen, ach was, die Jungen! sind im Recht dazu, solch tollkühne Ideen zu erdenken und noch mehr; sie aufzuschreiben! Die Jungen sind es doch, die die Welt bewegen. Es sind nicht die Alten, deren Imagination schon lange vor dem Ende ihres Lebens stirbt. Sie tragen die Welt nicht, sondern lähmen sie, und wir sind es, die unsere Welt aus dieser Lähmung befreien müssen. Mit meinem Stück und dem heutigen Tage habe ich bereits einen Beitrag geleistet! Ich bin berauscht vom Triumph. Morgen wird viel geschehen.